 |
 |
 |
 |
Familienforschung in Westpreußen
An den Vorfahren kann man nichts ändern, aber man kann mitbestimmen, was aus den Nachkommen wird. (Francois de La Rochefoucauld)
|
|
Hinweise zur Familienforschung in Westpreußen
Zur Herkunft und Verbreitung der Familie Hollatz
Der Familienname Hollatz ist relativ häufig. Im Jahre 1999 fanden sich in den deutschen Telefonbüchern 389 Träger dieses Familiennamens (ohne Berücksichtigung von Namensvariationen und Doppeleinträgen). Eine ähnlich hohe Anzahl von Namensträgern fand sich seinerzeit mit 212 Personen in amerikanischen Telefonbüchern.
Die erste Silbe des Familiennamens Hollatz, das "hol", ist eine Ableitung von der slawischen Stammsilbe "gol" und mit deren Sinngehalt identisch. Das slawische "gol" (altslawisch: "golu") bedeutet - ebenso wie das obersorbische "goly" - soviel wie nackt oder kahl. "Holek" ist das tschechische Wort für Knabe, während "holec" (sprich: holetz) im übertragenen Sinne kahler, unbehaarter oder unbärtiger Mensch bedeutet. Der Familienname Hollatz (gleiches gilt für Gollatz) ist in eben diesem Sinne zu verstehen, d. h. der Name bedeutet Kahler, Unbärtiger, Unbehaarter oder Glatzkopf (vgl. dazu Max Gottschald, Deutsche Namenkunde, 4. Auflage, Berlin 1970).
Der familiäre Ursprung aller Hollatz liegt in Pommern, denn dort finden sich die frühesten Nachweise dieses Familiennamens. Bei dem ältesten Namensträger Hollatz, der mir bisher bekannt geworden ist, handelt es sich um Paul Holacz, der im Jahre 1602 als Gerichtsgeschworener in Flederborn, Kreis Neustettin in Pommern, urkundlich genannt wird.
Ähnlich weit lässt sich das "Pfarrergeschlecht Hollatz" zurückverfolgen. Der älteste Namensträger aus diesem Geschlecht, Michael Hollatz, * um 1620, lebte als Amtmann und Pächter in Wulkow, Kreis Stargard in Pommern (vgl. Genealogisches Handbuch bürgerlicher Familien - Deutsches Geschlechterbuch, Band 67, Seite 255 ff.).
Weitere Namensträger Hollatz sind seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts im Landkreis Bromberg in Posen nachgewiesen. Bei den beiden ältesten in Posen ansässig gewesenen Familien handelt es sich einerseits um Georg Hollatz, Einwohner in Palsch, Kreis Bromberg, * um 1720, ⚭ II. Bromberg (evangelisch) 21.01.1781, Lucia Steinkraus, Witwe aus Fordon, Kreis Bromberg, * um 1730, und andererseits um Karl Hollatz ("Carolum Holac"), * um 1720, ⚭ Fordon (katholisch) 21.04.1750, Anna Kiprow(a), * um 1730 (nach den Forschungsergebnissen von Reinhard Scherer, Wellerbach, Stand: 1984).
Eine weitere, im Namensstamm auch heute noch existierende Familie Hollatz geht zurück auf den "Kreisausreuter" Wilhelm Gottfried Hollatz in Preußisch Stargard, * 25.12.1747, † Preußisch Stargard 14.09.1831, oo Liebemühl 06.10.1779 Elisabeth Tiebuß (Tybaß), * 24.09.1751, † Preußisch Stargard 02.10.1824 (vgl. Genealogisches Handbuch bürgerlicher Familien - Deutsches Geschlechterbuch, Band 30, S. 101 f. und Suchanzeige in: Praktische Forschungshilfe, Görlitz 1936, Seite 155 und 1937, Seite 289).
In Westpreußen findet sich die früheste Erwähnung eines Hollatz in Garnseedorf, Kreis Marienwerder, wo Christian Hollatz um 1650 als Bauer ansässig war (vgl. Hans Schachtschneider, Stadt Garnsee und Umgebung, Herford 1970, Seite 32 f.; vgl. auch Hans-Jürgen Wolf, Die Ahnen des Dr. med. Willy Otmar Hollatz aus Garnseedorf, Kreis Marienwerder in: Archiv ostdeutscher Familienforscher Band XVI (1998), Seite 194, dessen weitere Vorfahren sicher auf diesen Christian Hollatz zurück zu führen sind).
Für meine eigene Linie Hollatz, die auf den ab 1747 in Richnowo, Kreis Graudenz nachgewiesenen Bauern Christian Hollatz zurück zu führen ist, hat sich ein Anschluss an die in Garnseedorf, Kreis Marienwerder ansässig gewesene Familie bisher (noch) nicht herstellen lassen, obwohl das Bestehen einer familiären Beziehung naheliegend erscheint.
|
|
|
|
Familienforschung in Westpreußen
www.westpreussen.de
|
|
 |
 |
 |
 |
|